Noch zwei Tage und eine schwere Etappe

Von Melide nach Pedrouzo
40. Tag. Freitag, den 24.04.2009
54 km bis 21 km vor Santiago
 

Spruch des Tages:

Pilger (von lat. peregrinos: Fremder)
sind Menschen, die aus religiösen Motiven
zu einem heiligen Ort ihrer Religion aufbrechen.
"Vor dir haben sich andere auf den Weg gemacht.
Wie sie auf ihren Stab sich stützten,
so stütze dich auf die Erfahrung der Alten.
Der Exodus geschieht nie allein, aber allein
gehst du den Weg deines eigenen Herzens,
wo der Ganz-Andere sich offenbaren wird".
                          Ein Trappistenmönch


Im Zentrum von Melide

In Melide schien die Sonne noch, obwohl schon galicisches Wetter angesagt war. 33 km wollte ich meinen Füssen heute nicht zumuten, da die Kräfte doch langsam schwinden. Ich beschloss, die ersten 12 km mit dem Bus zu fahren. Nach der Busfahrt setzte auf meinem weiteren Weg leichter Sprühregen ein, den ich aber noch mit dem Schirm abwettern konnte. Es war jedenfalls kein Wetter, um Fotos zu machen.

Es sind keine großen Berge mehr zu bezwingen, dennoch geht es ständig rauf und runter. Am Ende wollten die Füße einfach nicht mehr mitmachen. Da die Herberge in Pedrouzo sehr schlecht bewertet wurde, entschied ich mich für das Hostal “Marjura”, welches in Schmidtkes Herbergsführer gut bezeichnet wurde.
Es war ein Neubau, den ich schnell fand. Unten drin eine Bar. Zum Zimmer gehörte ein großer Aufenthaltsraum und ein schönes Bad mit Badewanne. Die Wanne war nun genau das Richtige für mich. Mit Graus stellte ich fest, dass sie keinen Stöpsel hatte. Erfinderisch wie man nun mal ist, setzte ich mich mit einer Ar…-backe auf den Abfluss und ergötzte mich so lange an der Dusche, bis die Wanne bis zum Rand gefüllt war. Danach habe ich drei Stunden fest geschlafen.


Links und rechts von mir die Mainzer Mitpilger, rechts Christel

Jetzt quälte mich der Hunger. In ging in den Ort. Als erstes traf die Mitpilger aus Mainz, die ich in Portomarin kennen gelernt hatte. Wir setzten uns vor eine Bar und tranken einen Cafe con leche. Kurz darauf erschien mein Freund Alfred, "der  letzte Cowboy aus Oer", den ich seit Astorga nicht mehr gesehen hatte. Es gab ein großes "hola". Hinzu kamen noch Christel und Siegfried aus Karlsruhe, die nun fast ständigen Wegbegleiter.
Es wurde noch eine schöner Abend in einer geselligen Runde. Alle freuten und bedauerten zugleich für morgen den letzten Weg. Es lag eine komische Stimmung in der Luft. Ich trottete zu meiner Unterkunft. Einen Absacker trank ich dann noch in meiner Hausbar, den mir die Wirtin spendierte.

Morgen setze ich zum Endspurt an.

 

3 Antworten auf “Noch zwei Tage und eine schwere Etappe.”

  1. Cordula sagt:                                Meine Schwiegertochter
    27.4.2009 bei 14:05

    Lieber Kalla,
    wir wünschen Dir einen guten Abschluss Deiner Wanderung allein und ein schönes Wiedersehen mit Ursel! Genießt Santiago und die gemeinsamen Tage, bis bald!
    Macke & Cordu

     

  2. Heidi Vauth sagt:                         Freunde aus Herrenberg
    27.4.2009 bei 17:37

    Lieber Karl-Heinz, mit Interesse haben wir Deinen Bericht über
    Deine Pilgerreise verfolgt. Jetzt hast Du es fast
    geschafft. Unsere Hochachtung dafür. Bestimmt hast Du manche
    Strapazen noch verniedlicht und allerhand ausgehalten, aber
    dafür auch sehr schöne Momente erlebt. Wir wünschen Dir noch
    ein glückliches Ende dieser Pilgerreise und schöne Tage mit
    Ursel.
    Herzliche Grüße von Heidi und Wolfgang aus Herrenberg

     

  3. Norbert Biewald sagt:                 Sangesbruder und -schwester
    27.4.2009 bei 20:00

    Hola Karl-Heinz,

    auch von uns für die letzte Etappe alle guten Wünsche. Hast eine enorme Leistung vollbracht. Grüß Ursel und bete beim Jacobus für uns.

    Bis bald, Maria und Norbert

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